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Der Weg zum Zuverdienstarbeitsplatz - eine persönliche Geschichte

Mein Weg zu den AWO Zuverdienstarbeitplätzen „NeuStart“…

Am Ende meiner Soziotherapie stellte sich die Frage:
„Wie soll mein Leben nach der stationären Therapie aussehen?

Ich wusste, ich würde noch Hilfe brauchen, etwas Anbindung und Unterstützung, damit ich mich „dort draußen- in der Realität“ wieder zurecht finde.
Vernünftige, soziale Kontakte waren für den Anfang da, eine neue Wohnung hatte ich auch schnell finden können und finanzielle Fragen waren auch geklärt. Aber was sollte werden, wenn der Alltag einkehrt, wenn die ersten Hürden genommen, alle Sachen geregelt sind?

Meine kleine Tochter zog gleich wieder bei mir ein. Dadurch hat sich ein Teil meiner Tagesplanung von selbst geregelt. Dennoch musste ich den restlichen Tag auch strukturiert bekommen. Es war von Anfang an klar, dass ich in dieser großen Umbruch-Situation aus der Käseglocke raus, in die große Welt hinein, keine Kraft haben würde auch noch einer normalen Arbeit nachzugehen.

Ich wollte mich auch nicht überfordern, um nicht wieder rückfällig zu werden. Es war ein langer, harter Kampf um an den Punkt zu gelangen, an dem ich damals stand.

Ein Termin beim Gesundheitsamt brachte die Lösung. Man erzählte mir von einer Tagesstätte, die bald in Neustadt eröffnen sollte und vermittelte auch gleich den ersten Kontakt zum „AWO Aischtreff“. Ich war sehr glücklich, diese Nachricht zu hören. Denn bisher gab bei uns im Landkreis sonst keine großartigen Angebote für Menschen wie mich. Sämtliche ambulante Angebote beinhalteten immer auch eine kleine logistische Meisterleistung!

Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste: die AWO würde nicht nur die Tagesstätte schaffen, sondern auch noch Zuverdienstarbeitsplätze.
Die Leitung des Aischtreffs nahm sich viel Zeit für mich und gemeinsam beschlossen wir, ich solle probieren ob ich dem Zuverdienst gewachsen bin. Zurück in die Tagesstätte könnte ich jederzeit wechseln.

Die AWO machte mir schon fast "ein unmoralisches Angebot": Eine soziotherapeutische Einrichtung ganz in meiner Nähe, hatte einen Zuverdienstarbeitsplatz in der Hauswirtschaft zu vergeben. Gemeinsam mit der Leitung fuhren wir zu einem „Vorstellungstermin“. Ich war damals heil froh, dass ich diesen Schritt nicht alleine tun musste. Wir verließen die Einrichtung mit dem Ergebnis, dass ich dort eine zweiwöchige Arbeitserprobung machen würde.
So startete meine Karriere bei AWO Zuverdienstarbeitplätze „NeuStart“…

Der Einsatz beim Kooperationspartner

Schon nach den ersten Tagen in der Einrichtung war mir klar, hier will ich bleiben - vorausgesetzt, die nehmen mich!
Vom ersten Tag an, wurde ich freundlich von meinen neuen Kollegen begrüßt, eingeführt in den Arbeitsalltag und in allen unterstützt. Das war eine ganz neue Erfahrung für mich: Ich wurde tatsächlich als vollwertiges Teammitglied aufgenommen und behandelt. (Natürlich musste man erstmal sehen, wie der andere so tickt).

Mein größter Stolz war mein eigener Schlüssel zum AT-Büro!
Es dauerte eine Weile, bis ich auch meinen Alltag zuhause darauf ausgerichtet hatte, dass ich jetzt arbeiten ging.

Besonders die beiden Sozialpädagogen und meine direkte Chefin, die Hauswirtschaftsleiterin, führten Gespräche mit mir, kümmerten sich um mein Befinden und interessierten sich auch für meine privaten Belange, wenn ich mal nicht gut drauf war.

Diese Konstellation war zu diesem Zeitpunkt genau, was ich gebraucht hatte.
Mit der Zeit erhielt ich immer mehr Freiräume in meiner Arbeitsgestaltung, mir wurden mehr Kompetenzen zugesprochen und ich genoss fast grenzenloses Vertrauen.
Ich durfte während meiner Zeit im Zuverdienst z. B. eigenständig einen Hauswirtschaftskurs für die Bewohner geben.

Es gab aber auch Dinge, die ich erst wieder neu lernen musste. Arbeiten gehen heißt nicht unbedingt, auf Arbeit gehen, die vorgegebene Arbeit machen und zum Feierabend wieder heim zu gehen.

Es bedeutete für mich auch zu lernen, …

  • dass ich die Arbeit auch selbstständig sehen muss, und nicht immer jemand da ist, der die Arbeit vorgibt.
  • dass ich nicht mehr im Mittelpunkt stehe wie zu meiner Therapiezeit.
  • dass ich Rücksicht auf andere nehmen muss, zu lernen.
  • wo meine Grenzen der Belastbarkeit sind.
  • dass ich meine Bedürfnisse nicht nur im Privatleben, sondern auch im Beruf durchsetzen muss.

Kurz um, alles was ich während meiner stationären Therapie gelernt hatte, muss ich in jedem einzelnen Lebensbereich anwenden.

Mein Lernfeld

Und der Zuverdienstarbeitsplatz war im beruflichen war im beruflichen Bereich ein fantastisches Erprobungsfeld für mich. Ein wichtiger Punkt, den ich auf keinen Fall unterschlagen möchte, ist der finanzielle Anreiz, den es bei dieser ganzen sozialen Maßnahme gibt: Ich hatte tatsächlich mein eigenes Einkommen! Für jede einzelne Stunde, die ich gearbeitet habe, wurde ich entlohnt. OK, davon leben hätte ich nicht können. Aber für mein Selbstbewusstsein war dieser Verdienst wie ein Sechser im Lotto.

Der Weg aus dem Zuverdienst

Irgendwann war ich dann an einem Punkt angelangt, an dem es keine Schwierigkeiten darstellte, Arbeit und Leben unter einen Hut zu bekommen. Meine ganze Situation hatte sich super stabilisiert und es war für mich an der Zeit, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Es entwickelte sich der Gedanke, eine Umschulung zu machen. Angeregt durch einen Arbeitskollegen hatte ich den „Heilerziehungspfleger“ ins Auge gefasst.

Ich hatte mich informiert und bei meiner Rentenversicherung einen Antrag auf berufliche Reha gestellt. Der wurde auch genehmigt, dem Grunde nach.
Der Kooperationspartner und die AWO Zuverdienstarbeitplätze „NeuStart“ haben mich in dieser Zeit sehr unterstützt.

Der Einrichtungsleiter meiner Zuverdienstarbeitsstelle hat für mich ein Empfehlungsschreiben verfasst, und er ist mit mir zu einem Gesprächstermin zur Rentenversicherung nach Nürnberg gefahren, um mich dabei zu unterstützen meine Wünsche durch zu setzen. Nur leider war die Rentenversicherung aufgrund meiner psychischen Vorerkrankung mit einer Umschulung in einem pflegerischen Beruf nicht einverstanden.

Eine kaufmännische Ausbildung beginnen

Durch viele Gespräche kam ich zu dem Entschluss, dass es auch eine gute Möglichkeit wäre eine kaufmännische Ausbildung im sozialen Bereich zu machen. Somit könnte ich immer einen Fuß in der Türe behalten.

Seit September 2012 mache ich nun eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Manchmal denke ich mit einem weinenden Auge an die Zeit im Zuverdienst zurück! Eines kann ich jedoch sagen:
Ohne den Weg, den mir die AWO Zuverdienstfirma NeuStart, der Zuverdienstarbeitsplatz an sich und der Kooperationspartner ermöglicht haben, wäre ich heute nicht dort, wo ich bin

Vielen Dank dafür!
 

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